Viele Unternehmen veröffentlichen regelmäßig hochwertige Inhalte und erzielen gute Platzierungen bei Google. Dennoch tauchen ihre Webseiten in Antworten von ChatGPT oder Google AI Overviews nur selten auf. Gleichzeitig werden andere Quellen immer wieder genannt, obwohl sie in den klassischen Suchergebnissen nicht durchgehend auf den vorderen Plätzen stehen.
Der Grund ist, dass generative KI Informationen anders bewertet als klassische Suchmaschinen. Gute Rankings bleiben eine wichtige Grundlage. Ob Inhalte später in einer KI Antwort berücksichtigt werden, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab.
Wie ChatGPT und Google AI Overviews Quellen auswählen
Generative KI übernimmt Informationen in der Regel nicht unverändert von einer einzelnen Webseite. Stattdessen werden Inhalte aus verschiedenen Quellen analysiert, miteinander abgeglichen und zu einer zusammenhängenden Antwort verarbeitet.
Die genauen Auswahlmechanismen veröffentlichen Anbieter wie Google oder OpenAI nicht vollständig. Offizielle Dokumentationen und aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch übereinstimmend, dass Relevanz, Verständlichkeit, Glaubwürdigkeit und inhaltliche Qualität eine entscheidende Rolle spielen.¹
Warum gute Google Rankings allein nicht ausreichen
Eine gute Platzierung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Webseite gefunden wird. Sie entscheidet jedoch nicht darüber, ob einzelne Informationen später in einer KI Antwort erscheinen.
Generative KI bewertet zusätzlich, wie gut Inhalte eine konkrete Frage beantworten. Ein strukturierter Fachbeitrag mit nachvollziehbaren Erklärungen kann deshalb häufiger berücksichtigt werden als ein oberflächlicher Artikel mit einer besseren Google Platzierung.
Eine aktuelle Untersuchung zu Google AI Overviews zeigt zudem, dass ein erheblicher Teil der zitierten Quellen nicht auf der ersten Seite der Google Suchergebnisse erscheint. Das unterstreicht, dass klassische Rankings zwar wichtig bleiben, für eine Zitierung allein jedoch nicht ausreichen.
Vier Merkmale, die häufig zitierte Inhalte gemeinsam haben
Aus offiziellen Veröffentlichungen und praktischen Analysen lassen sich vier Eigenschaften ableiten, die bei häufig referenzierten Inhalten immer wieder zu beobachten sind.
- Die Inhalte beantworten eine konkrete Frage vollständig Generative KI sucht keine Sammlung einzelner Keywords. Gesucht werden Inhalte, die eine Fragestellung vollständig beantworten, Zusammenhänge erklären und dem Nutzer einen erkennbaren Mehrwert bieten.
- Die Informationen sind logisch aufgebaut Klare Überschriften, kurze Absätze und eine nachvollziehbare Struktur erleichtern es, Informationen zu verstehen und einzelnen Themen eindeutig zuzuordnen. Das verbessert die Lesbarkeit und unterstützt gleichzeitig die Verarbeitung durch KI Systeme.
- Fachliche Kompetenz ist nachvollziehbar Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Inhalte. Quellenangaben, erkennbare Autoren, aktuelle Informationen und eine sichtbare fachliche Expertise liefern Hinweise darauf, dass Aussagen belastbar sind.
- Der Beitrag liefert eigene Erkenntnisse Viele Inhalte wiederholen bereits bekannte Informationen. Deutlich wertvoller sind Beiträge, die Erfahrungen einordnen, Zusammenhänge erklären oder neue Perspektiven aufzeigen. Solche Inhalte bieten einen höheren Informationswert und können dadurch häufiger als Quelle berücksichtigt werden.
Warum GEO die klassische Suchmaschinenoptimierung ergänzt
Immer wieder wird behauptet, Generative Engine Optimization ersetze SEO. Dafür gibt es derzeit keine belastbaren Hinweise. SEO sorgt dafür, dass Inhalte gefunden, gecrawlt und verstanden werden können. GEO erweitert diesen Ansatz um die Frage, wie Informationen so aufbereitet werden, dass generative KI sie möglichst leicht interpretieren und in Antworten nutzen kann. Unternehmen profitieren am meisten, wenn sie beide Disziplinen SEO und GEO gemeinsam und nicht getrennt voneinander betrachten. ²
Diese fünf Fragen helfen bei der Bewertung bestehender Inhalte:
Bevor ein neuer Beitrag veröffentlicht wird, lohnt sich eine kurze fachliche Prüfung.
- Beantwortet der Artikel eine klar definierte Fragestellung vollständig?
- Werden Aussagen nachvollziehbar begründet statt nur behauptet?
- Sind Überschriften und Absätze logisch aufgebaut?
- Liefert der Beitrag eigene Erkenntnisse oder lediglich eine Zusammenfassung bekannter Inhalte?
- Ist erkennbar, warum das Unternehmen über dieses Thema kompetent sprechen kann?
Wer diese Fragen regelmäßig mit Ja beantworten kann, verbessert nicht nur die Qualität seiner Inhalte. Gleichzeitig steigen die Chancen, dass Informationen auch für generative KI Systeme relevant werden.
Fazit
Ob ChatGPT oder Google AI Overviews Inhalte berücksichtigen, entscheidet sich nicht an einem einzelnen Rankingfaktor. Ausschlaggebend ist das Zusammenspiel aus Relevanz, Verständlichkeit, Glaubwürdigkeit und fachlicher Qualität.
Unternehmen sollten Generative Engine Optimization deshalb nicht als kurzfristige Optimierung verstehen. Nachhaltige Sichtbarkeit entsteht durch Inhalte, die Fragen fundiert beantworten, Zusammenhänge verständlich erklären und einen echten Erkenntnisgewinn bieten. Genau diese Eigenschaften schaffen Vertrauen bei Lesern und erhöhen gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte auch von generativen KI Systemen als Quelle genutzt werden.
Quellen:
¹ Google Search Central. AI features and your website. https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features?hl=de
² Google Search Central. Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide?hl=de
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Autor dieses Beitrags:

Dipl.-Medienök. (FH)
Christos Farakos
Christos Farakos ist Gründer und leitender Dozent der AKDMM. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit den Themen digitales Marketing, Suchmaschinenoptimierung und digitale Kommunikation. Seine Schwerpunkte liegen heute in den Bereichen SEO, Generative Engine Optimization (GEO), Content-Strategie, Performance Marketing und dem Einsatz generativer KI im Marketing.
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